Mein Jahresfazit

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Für mich ging ein Jahr zu Ende, welches nahezu nur mit Höhen gespickt war und trotzdem oder gerade deshalb war 2015 eine reine Achterbahnfahrt.


Anfang 2015 war ich noch sicher bald arbeitslos, aber dafür mit viel Zeit für andere Ideen Zuhause zu sitzen. Dann kam alles anders, die Dinge drehten sich ins Positive – wiedermal –
Und genau hier ist der Beigeschmack. Bisher läuft immer alles. Ich müsste glücklich sein. Ich habe alles und noch viel mehr. Alles was ich beginne, gelingt. Eigentlich toll, oder? Oder auch nicht?
Was ist, wenn es beim nächsten Mal floppt?
Versteht mich nicht falsch. Ich bin so zufrieden mit mir und allem um mich herum. Aber mit jeder Errungenschaft oder jeder erklommenen Sprosse dreht sich das Rad nur noch schneller und schneller. Wann hat man Zeit die Lorbeeren zu genießen? Und was sind überhaupt Lorbeeren? Ist mein Auto, mein Haus, mein Mann, mein Kind, mein exotischer Urlaub, meine Freizeit, meine Besitztümer jeweils eine Lorbeere? Muss ich glücklich sein, wenn ich all das Aufgezählte und noch mehr habe? Muss ich glücklich sein, weil andere mir sagen, dass man durch Erfolge und Errungenschaften glücklich ist?
Bin ich glücklich weil ich mehr habe als andere? Was ist das „mehr“? Wann habe ich mehr als andere? Und wer sind die anderen?

Im letzten Jahr habe ich so viel erlebt, gesehen, getan, gelacht, geweint, geschafft, … aber es gab trotzdem nur einige wenige Momente, die rückblickend meine Vorsätze für das neue Jahr prägen.
Im Sommer lag ich im Urlaub in der Hängematte in einem Hostel. Es gab nicht viel rechts und links, es regnete seit Stunden in Ströhmen und da merkte ich auf einmal, wie glücklich ich war. In dieser Situation hatte ich Zeit für mich. Ich habe weder Internet noch soziale Netze oder ein Buch gehabt. Ich war einfach mit mir und meinen Gedanken allein und konnte mal herunterfahren und in mich selbst hineinhören. Es war so ein schöner Moment und ich denke so gerne daran zurück.

Im neuen Jahr werde ich sicher wieder in den Strudel der Errungenschaften und nächster Meilensteine gezogen werden. Ich werde wieder hinterhereilen und mich im Lob für das Geschaffte sonnen. Dass ich mich dem nur kurz entziehen kann ist mir jetzt schon bewusst und ich werde mich nicht dagegen wehren. Aber in 2016 möchte ich diesen Sommermoment wiederholen, nicht nur einmal. Aber ohne Erfolgsdruck. Ich möchte für mich selbst da sein und ich möchte glücklich mit mir sein. 

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